

Damit es gut schmeckt
Es gibt vieles, was man bei der
Planung einer Hochzeit richtig machen kann, und noch mehr falsch. Die
Frage des Essens ist eine der wichtigsten, die es zu klären gilt. Denn
schmeckt es nicht, wird schnell die ganze Feier ungenießbar. MORITZ
sprach mit dem Tübinger Catering-Profi Armin Müller über die richtige
Planung und erfuhr, dass gute Caterer schon lange nicht mehr nur ans
Essen denken.
Was unterscheidet einen guten Caterer von einem schlechten Caterer?
Der
Unterschied liegt in der Gesamtorganisation. Ein guter Caterer
übernimmt die Verantwortung für das gesamte Event. Und er geht mit Hilfe
der Vorgespräche mit dem Kunden die Vorausplanung für den ganzen Abend
durch, damit niemand eine böse Überraschung erlebt. Beispielsweise plant
man nicht ein, dass zwischen Vorspeise und Hauptgang ein 40-minütiger
Diavortrag kommt, und das Roastbeef für den Hauptgang ist dann nicht
mehr medium, sondern bestenfalls gut durch.
Wie kann ich als Veranstalter eines Events diesen guten Caterer finden?
Ein
ganz wichtiges Qualitätsurteil kann sich der Kunde durch ein Probeessen
bilden. Ich empfehle allen Brautpaaren auch bei Caterern, wo es
vielleicht schwieriger ist als in einem Restaurant, auf einem Probeessen
zu bestehen. Und alles Drumherum ist natürlich auch wichtig. In der
heutigen Zeit ist die Homepage eine ganz klare Visitenkarte. Gewichtige
Veranstaltungen wie eine Hochzeit müssen einhergehen mit Modernität.
Wenn ich wirklich den exklusiven Caterer suche, dann drückt sich das in
der Regel durch Werbemedien und die Homepage aus.
Haben Sie bei der Vorbereitung einer Hochzeit einen strikten Zeitplan?
Nein,
das kann man gar nicht haben. Wir haben Brautpaare, die kommen 14
Monate vor der eigentlichen Hochzeit auf uns zu und kennen sich
gegenseitig manchmal noch nicht einmal 14 Monate lang. Aber wir haben
auch Brautpaare, die kommen zwei Monate davor und wollen kurz
entschlossen heiraten. Deswegen ist es gar nicht möglich, sich einen
strikten Zeitplan zu erstellen. Es gibt aber ein paar Schritte, um die
man sich rechtzeitig kümmern sollte. Wichtig ist der „Dreisprung“:
Location frei – Kirche frei – Standesamt frei. Wenn man diese drei
Termine miteinander koordiniert hat, dann sagen wir dem Brautpaar „
Jetzt kann man erst mal ein bisschen durchatmen.“
Wie viel Monate im Voraus sollte man sich aber darum bemühen?
Man
liest in vielen Zeitschriften von einem Jahr. Und das hat sich bei den
meisten Paaren, sie sich mit Hilfe dieser Zeitschrift informieren, so
eingetaktet. Ich persönlich halte es für ein wenig übertrieben. Als
Brautpaar sollte man unbedingt darauf achten, dass man die Freude am
eigenen Fest nicht verliert. Wenn man sich ein Jahr lang damit
beschäftigt, ob die Freude dann so groß ist, sei mal dahingestellt.
Gleichwohl muss ich sagen, dass, wenn man einen bestimmten Wunschtermin
hat, die Location so früh wie möglich gebucht wird. Meine Empfehlung an
dieser Stelle ist, sich in Sachen Termine die größtmögliche Offenheit
vorzunehmen. Wenn ein Brautpaar in einer bestimmten Location nur an
einem bestimmten Tag feiern möchte, dann wird es schwierig. Alexander
Steinle
„Damit es gut schmeckt“ in: MORITZ Sonderausgabe Region Stuttgart: Hochzeit Trends 2011. S. 28.